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Darf man in Deutschland einen Fuchs adoptieren? [Neu]

Darf man in Deutschland einen Fuchs adoptieren?

Diese Frage stellte ich mir, als ich kürzlich eine Reportage über zahme Füchse in Sibirien gesehen hatte. Vielleicht wäre es möglich, dass ich mir auch einen Fuchs als Haustier kaufe?

Ich begann über dieses spannende Thema zu recherchieren.

In diesem Artikel wirst Du alles über die Haltung von Füchsen als Haustier erfahren. Vielleicht möchtest Du auch einen Fuchs adoptieren? Los geht’s!

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Fuchs als Haustier. Ist das eine gute Idee?

Darf man in Deutschland einen Fuchs adoptieren?

Ja, man darf in Deutschland einen Fuchs adoptieren. Findet man einen schwachen, verletzten Fuchs, welcher Hilfe benötigt, kann man diesen kurzfristig aufnehmen.

Sollte der Fuchs aufgrund von Verletzungen/Behinderungen nicht mehr ausgewildert werden können, ist ein Antrag auf Adoption des Fuchses möglich. Der Antrag kann bei der zuständigen Gemeinde gestellt werden.

Verboten ist es einen wilden Fuchs, egal welchen Alters, einzufangen und in Gefangenschaft zu halten – das kann immense Geldbußen bis zu 75.000 Euro und sogar eine Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren nach sich ziehen. 

Kann man einen adoptierten Fuchs im Haus halten?

Nein, einen adoptierten Fuchs kann man nicht im Haus halten. Füchse werden spätestens ab der Geschlechtsreife scheu und zeigen bei Bedrängnis aggressives Verhalten.

Obwohl sie zur Familie der Hunde gehören, kann man sie nicht im üblichen Sinne erziehen. Auch von Kuschel- oder Streicheleinheiten halten die Wildtiere wenig.

Da Füchse dämmerungs- und nachtaktiv sind, kann der Schlaf des Menschen empfindlich beeinträchtigt werden.

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Da Füchse revierbildende Wildtiere sind, neigen sie zum Markieren – sie stecken durch Duftnoten ihr Gebiet ab. Das möchte man in einem Haus mit Sicherheit nicht.

Verfügt man über ein Grundstück mit Wiese, kann man einem Fuchs eine artgerechte Außenhaltung ermöglichen. Das wäre auch aus hygienischer Sicht ratsamer. Bisher ist es kaum gelungen einen Fuchs stubenrein zu bekommen.

Wie sollte man einen Fuchs im Garten halten?

Kann man einen Fuchs nicht mehr auswildern und möchte ihn privat halten, muss man nachweisen, dass man ihn artgerecht halten kann.

Außengehege

In Deutschland bedeutet eine angemessene Haltung, dass einem adoptierten Fuchs ein Außengehege von mindestens 20 qm Fläche zur Verfügung gestellt werden muss.

Hält man sich ein Fuchspaar, muss die Gehegefläche bereits 30 qm betragen. Für jeden weiteren Fuchs sind 3 qm dazu zu rechnen. Da Füchse in der Natur in die Tiefe graben und Baue anlegen, muss ein Betonfundament errichtet werden, um das Gehege ausbruchsicher gestalten zu können. Bricht ein Fuchs erst einmal aus, kann er erschossen werden. Ein solcher Fall ereignete sich 2012 in Siegen.

Rückzugsmöglichkeiten/Schlafplätze

In dem Gehege müssen sich ausreichend Schlafplätze/Rückzugsmöglichkeiten befinden, welche windgeschützt, sauber und trocken sind. In solch einer Schlafbox (Holz eignet sich am besten) ist Stroh oder Laub auszulegen, welches regelmäßig gewechselt werden muss.

Wird ein Fuchspaar gehalten, muss man sich auf Nachwuchs einstellen und Wurfkisten ins Gehege integrieren. Eine Gehegeseite muss mindestens so gestaltet sein, dass das Wildtier eine freie Sicht nach draußen hat.

Materialien

Beim Bau der Unterbringung ist darauf zu achten, dass nur gesundheitlich unbedenkliche Materialien verwandt werden. Diese sind so zu verbauen, dass sich der Fuchs nicht verletzen kann.

Auch die Wärmedämmung spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle: ein ausreichend warmer Liegeplatz ist ein absolutes Muss für Füchse, da sie sonst erkranken können. Diese selbstheizende Decke hier* wäre auch geeignet für Füchse.

Für Abwechslung sorgen genügend Kletter- und Beschäftigungsmöglichkeiten. Bei der Verpflegung des Fuchses scheiden sich jedoch die Geister.

Futter

Neben Früchten wie Äpfeln, Birnen und Beeren muss auch fleischige Kost angeboten werden. Einige Quellen behaupten, dass Kleintiere wie Mäuse oder Küken lebend verfüttert werden müssen, da das Raubtier die Nahrung sonst nicht annimmt.

Würmer, Heuschrecken und Schaben sind in jedem gut sortierten Zoohandel mittlerweile lebend erhältlich und tragen zu einer gesunden Ernährung von Füchsen bei.

Prinzipiell ist ein Fuchs als Haustier ungeeignet für zarte Gemüter, was die Fütterung betrifft. Auch das Ausweichen auf Hundefutter hat sich als nicht zufriedenstellend erwiesen, da Fertigfutter von Füchsen schlecht vertragen wird. Verzichten sollte man unbedingt auf das Verfüttern von gewürzten Speiseresten.

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Fuchs als Haustier.

Muss ein Fuchs gegen Krankheiten geimpft werden?

Ja, ein Fuchs muss gegen Krankheiten geimpft werden. Wie bei Hunden und Katzen auch, muss ein Fuchs gegen Tollwut geimpft sein. Mittlerweile gibt es Impfstoffe, die bis zu drei Jahre Tollwutfreiheit garantieren.

Tollwutimpfung

Wenn Haustiere keine Tollwutimpfung haben, dürfen sie im Verdachtsfall erschossen werden. Deswegen empfiehlt es sich in jedem Fall den Fuchs regelmäßig gegen Tollwut zu impfen.

Staupe

Gegen die Viruserkrankung „Staupe“ sollte der Fuchs ebenfalls immunisiert werden. Diese Krankheit breitet sich erneut in Deutschland aus. In Nordrhein-Westfalen sind mehrere Fälle der lebensgefährlichen „Fuchsstaupe“ erst kürzlich aufgetreten. Auch hier stehen mittlerweile Impfstoffe zur Verfügung, die nur aller 3 Jahre angewandt werden müssen.

Fuchsbandwurm

Da Füchse Mäuse fressen und diese oft Träger von Fuchsbandwurmeiern und Fuchsbandwürmern sind, müssen Füchse zudem regelmäßig entwurmt werden. Ansonsten kann es zu einer Übertragung der Wurmeier und Würmer auf Mensch und andere Haustiere kommen.

Um dies zu vermeiden, sollten Füchse in Privathaltung aller 3 Monate mittels einer vom Wildtierarzt empfohlenen Wurmtablette behandelt werden. 

Kann man einen Fuchs als Haustier beim Züchter kaufen?

Ja, man kann einen Fuchs als Haustier beim Züchter kaufen. In Deutschland ist das jedoch nicht möglich.

Zahme Füchse aus Sibirien

Bekannt ist, dass es in Russland Fuchszüchter gibt, die für bis zu 6000 Euro einen domestizierten Fuchswelpen in Privathaltung abgeben. 

Überraschenderweise sind die russischen Zuchtfüchse zahm. Um domestizierte Füchse zu züchten, brauchte es viele Jahrzehnte. Nur die Zahmsten ihrer Art wurden verpaart.

Nach 6 Generationen entstanden Füchse, die sich hundeähnlich verhielten. Nicht nur, das diese vor Freude mit dem Schwanz wedelten, auch die Scheu und Aggressionen legten die Tiere komplett ab.

Mein Buchtipp: In folgendem Buch wird beschrieben, wie in Sibirien innerhalb weniger Jahrzehnte ein zahmer Fuchs gezüchtet wurde. Bei Amazon kann man einen Blick ins Buch werfen hier*

Zollvorschriften beachten bei der Einfuhr zahmer Füchse aus Russland

Erwirbt man ein solches Tier, ist spätestens bei der Überführung nach Deutschland mit Problemen beim Zoll zu rechnen. Als zukünftiger Halter muss man eine Menge Unterlagen parat haben, um das Wildtier einführen zu dürfen. Der Gesundheitszustand muss dokumentiert sein.

Was kostet ein zahmer Fuchs aus Russland?

Beim Kauf eines zahmen Fuchses müssen hohe Kosten eingeplant werden. Bis zu 4500 Euro müssen dafür eingeplant werden. Um alle nötigen Unterlagen für die Einfuhr nach Deutschland zusammenzutragen sind zusätzliche Kosten von mehreren hundert Euro einzuplanen.

Notwendige Impfungen zahmer Füchse

Ohne eine Grundimmunisierung (notwendige Impfungen) und die Registrierung durch einen Chip darf ein Fuchs nicht in die EU eingeführt werden. Man muss des weiteren einen Gehegebauplan vorlegen, der auf Artgerechtigkeit geprüft wird.

Wildtierarzt

Außerdem muss nachgewiesen werden, dass man einen auf Wildtiere spezialisierten Tierarzt an der Hand hat, der den Fuchs regelmäßig betreut. Ausschlagend ist, ob der Antrag auf Fuchshaltung beim zuständigen Amtstierarzt im Voraus überhaupt genehmigt wird.

Es ist nämlich Sache der einzelnen Bundesländer unter welchen Voraussetzungen eine Genehmigung zur Wildtierhaltung ausgestellt wird. Hohe Kosten sind einzukalkulieren, weil oft Gutachten durch Fachpersonal zu erbringen sind, ob ein Fuchs beim zukünftigen Halter artgerecht gehalten werden kann.

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Ein echter Polarfuchs.

Polarfüchse

Kann man einen Polarfuchs als Haustier halten?

Ja, man kann einen Polarfuchs (lateinisch: Vulpes lagopus, auch Eisfuchs genannt) als Haustier halten. In Russland werden domestizierte Polarfüchse zum Kauf angeboten. Der Polarfuchs kommt ursprünglich aus der arktischen Region und hält Kälte besonders gut Stand.

Polarfüchse gibt es in zwei Farbnuancen: Es gibt den Blaufuchs und den Weißfuchs.

Vor allem schneeweiße Polarfüchse sind in der Pelzproduktion schon seit 1762 beliebt. Immer mehr Menschen wünschen sich jedoch solch ein edel aussehendes Tier als Haustier.

Der allseits bekannte Rotfuchs hingegen (lateinisch: Vulpes vulpes) ist die am meisten verbreitete Fuchsart weltweit. 

FAQ

Fuchs am Tag im Garten? – Ist das gefährlich?

Fuchsbaby gefunden – Das musst Du jetzt unbedingt machen!

Fuchs oder Marder im Hühnerstall – So schützt Du Deine Hühner!

Sind Füchse gefährlich für Katzen?

Wie alt werden Polarfüchse?

Polarfüchse werden 8 – 10 Jahre alt. In Gefangenschaft können Tiere aufgrund der besseren Nahrungsversorgung wesentlich älter werden.

Kann ein Fuchs bellen?

Ja, Füchse können Laute erzeugen, welche dem Bellen von kleinen Hunden ähneln. Vor allem während der Paarungszeit im späten Winter, kann man das vermeintliche Bellen der Füchse hören.

Welche Temperaturen kann ein Polarfuchs aushalten?

Der Polarfuchs lebt im ewigen Eis in der Arktis. Daher ist er hervorragend an tiefe Temperaturen angepasst. Polarfüchse halten Temperaturen bis zu -70 Grad aus.

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