Ist Selbstversorgung in der Stadt möglich? [Update] 2019

Ist Selbstversorgung in der Stadt möglich? [Update] 2019

Ein wichtiges Thema bei Outdoorando ist Selbstversorgung.

Von Jahr zu Jahr wird das Thema Selbstversorgung immer beliebter.

Seit einigen Jahren gibt es einen starken Trend zu mehr Unabhängigkeit und Nachhaltigkeit zu beobachten.

Infografik 4 Menschen
Selbstversorgung ist auch in der Stadft möglich?!

Dieser Trend ist nicht nur auf dem Land zu beobachten, sondern auch in der Stadt.

Ich fragte mich, ob Selbstversorgung auch in einer Stadt möglich ist?

Doch wie und wo fängt man an, wenn man ein echter Selbstversorger werden will?

Für viele Menschen ist Selbstversorgung eine völlig neue Erfahrung. Dadurch entstehen Unsicherheiten und Ängste. Das Wichtigste ist, den ersten Schritt zu machen und keine Angst vor Fehlern zu haben.

Damit Ihr gut vorbereitet in das Leben, als Selbstversorger starten könnt, habe ich für Euch viele nützliche Tipps und Anregungen zusammengetragen.

Viel Spaß dabei.

 

Garten mit Gewächshaus
Der Traum vieler Stadtbewohner. Ein eigener Garten.

Inhaltsverzeichnis

  • Ist Selbstversorgung in der Stadt möglich

Ist Selbstversorgung in der Stadt möglich?

Ja. Selbstversorgung ist auch in der Stadt möglich. Bis zu einem gewissen Grad kann man frei und unabhängig leben. Deine Fertigkeiten und Fähigkeiten beeinflussen, wie schnell Du dieses Ziel erreichst.

Wie beginne ich mit Selbstversorgung?

Informationsquellen

Es gibt eine große Anzahl an Informationsquellen. Die einfachste Möglichkeit Euch über das Thema Selbstversorgung zu informieren, sind YouTube Videos und Fachbücher.

Wenn Ihr diese beiden Informationsquellen nutzt, werdet Ihr Euch sehr schnell in das Thema eingearbeitet haben.

 Folgende Quellen könnt ihr dazu nutzen:

  • YouTube (sucht nach den Keywörtern wie Autarkie und Selbstversorgung)
  • Bücher (Bibliotheken, Buchläden, Amazon…)
  • Alternativ
    • Podcasts zum Thema Selbstversorgung und Autarkie
    • Publikationen im Internet
    • Zeitschriften

 

Meine Buchempfehlungen:

Das neue Buch vom Leben auf dem Lande.

Basiswissen Selbstversorgung aus Biogärten.

Was Oma und Opa noch wussten.

Stadtgrün statt Grau.

Urban Gardening. Gemüse anbauen ohne Garten.

Praxisbuch Permakultur.

Fangt damit an, Euch in verschiedene Themengebiete einzuarbeiten.

Wenn Ihr in einer Partnerschaft lebt, kann sich Euer Partner in ein anderes Themengebiet einarbeiten. Damit spart Ihr Zeit und werdet das benötigte Wissen in kürzerer Zeit erlangen.

Nachdem Ihr Euch eine Wissensbasis geschaffen habt, ist es Zeit ein Ziel zu formulieren.

Zielsetzung

Welchen Grad an Unabhängigkeit und Freiheit möchtet Ihr innerhalb eines bestimmten Zeitraumes erreichen? Schreibt Eure Ziele auf und gleicht diese regelmäßig ab.

In welchem Bereich soll der Fokus Eurer Bemühungen liegen. Wollt Ihr Nahrung produzieren oder möchtet Ihr naturnahe Produkte des täglichen Bedarfs herstellen?

Welche finanziellen Mittel sind zum Erreichen des Ziels notwendig. Braucht Ihr die Unterstützung von anderen Menschen?

Netzwerken

Findet gleichgesinnte und vernetzt Euch. Wie in jedem anderen Lebensbereich sind Kontakte sehr hilfreich und nützlich. Was gibt es schöneres, als mit vielen gleichgesinnten ein gemeinsames Ziel zu verfolgen und dabei auch Spaß zu haben?

Nutzt alle Möglichkeiten, die es gibt, um Kontakte zu gleichgesinnten aufzunehmen.

Gründet Blogs in sozialen Medien, verteilt Handzettel in Eurem Kiez oder macht einen Aushang in der Lieblingskneipe.Es gibt da draußen eine Menge Leute, die genau das gleiche Ziel verfolgen wie Ihr.

Wenn Ihr eine Vielzahl von Kontakten habt, trefft Euch regelmäßig zum Erfahrungsaustausch. Organisiert Workshops und Events, um Wissen weiterzugeben und neue Mitstreiter zu gewinnen und für Eure Ideen zu begeistern.

 

Tomatenpflanzen im Gewächshaus
Tomatenpflanzen

Finanzierung

Geht auf Unternehmen zu und versucht diese als Sponsoren zu gewinnen. Viele Firmen suchen nach “grünen” Möglichkeiten zum Sponsoring, um sich ein positives und nachhaltiges Image zu geben.

Verkauft eigene Produkte auf Wochenmärkten oder über das Internet.

Gründet Tauschringe, in diesen könnt Ihr Eure Fähigkeiten und Fertigkeiten gegen selbst hergestellte Produkte tauschen. Damit spart Ihr eine Menge Geld.

Bietet verschiedene Kurse zum Thema Selbstversorgung an.


 

Wie baue ich Obst und Gemüse in der Stadt an?

Alleine Gärtnern

Einen Schrebergarten am Stadtrand: Auch wenn in den meisten Städten die Nachfrage das Angebot übersteigt, kann man mit etwas Glück einen eigenen Schrebergarten pachten.

Geht in Gartenanlagen und sprecht mit den Leuten vor Ort.

Ebay Kleinanzeigen ist eine sehr gute Quelle, um Kontakt zu Verkäufern herzustellen. Jedes Jahr im Herbst geben viele Leute Ihre Gärten aufgrund von Zeitmangel auf.

Vielleicht kenn Ihr ältere Menschen, die sich über Hilfe im Garten freuen Im Gegenzug könnt Ihr einen Teil des Gartens bewirtschaften.

Einen eigenen Balkon: Wenn Ihr einen eigenen Balkon habt, dann ist das schon die halbe Miete. Kauft Euch Pflanztöpfe und baut Eure eigenen Tomaten, Zucchini, Gurken, Buschbohnen usw. auf dem Balkon an.

Falls ihr nur einen kleinen Balkon habt, so könnt Ihr unter dem Schlagwort “Vertical Gardening” viele tolle Ideen finden.

Gärtnern in Gemeinschaft

Gärten in Kindergärten und Schulen: Kontaktiert Schulen und Kindergärten. In einigen Fällen gibt es die Möglichkeit, Flächen auf den Grundstücken mit Pflanzkübeln zu bestücken und Gemüse anzubauen.

Die Kinder freuen sich und werden ganz automatisch an das Thema Garten, Selbstversorgung und gesunde Ernährung herangeführt.

Oft haben Lehrer und Erzieher keine Zeit, solche Projekte zu planen und durchzuführen. Sie sind froh, wenn Sie Hilfe von außerhalb erhalten.

Legt einen Urban Garden an: Dieser Trend, der in amerikanischen Vorstädten begann, wird auch in Europa immer beliebter.

Dabei stellen Städte Flächen zum Urban Gardening zur Verfügung. Diese werden mit Pflanzkübeln oder Pflanzsäcken bestückt und gegen eine Gebühr vermietet.

Falls es in Eurer Stadt noch keine Urban Gardens gibt, nehmt Kontakt zum Umweltamt oder Grünflächenamt auf.

 

Pflanzenanzucht in einem Gewächshaus.
Pflanzenanzucht in einem Gewächshaus.

Guerilla Gardening: In Zeiten von akuter Wohnungsnot gibt es immer weniger brachliegende Flächen in den Städten. Solltet Ihr das Glück haben in der Nähe einer solchen Fläche zu wohnen, könnte das Thema Guerilla Gardening etwas für Euch sein.

Dabei baut Ihr mit Freunden, Euer Gemüse auf öffentlichen Flächen an und müsst dafür kein Geld zahlen. Natürlich ist das nicht legal.

Informiert Euch bitte, was vorher auf den brachliegenden Flächen gestanden hat.

Auf Flächen von ehemaligen Industriebetrieben sollte man aufgrund der möglichen Belastung mit Schadstoffen auf Pflanzkübel oder Pflanzsäcke zurückgreifen.

Nahrung aus der Natur

Woher bekommt man frisches Obst?

Obstbäume pflanzen: Sprecht mit Vertretern der Stadtverwaltung, ob bei der Neugestaltung von Parks oder Grünflächen Obstbäume gepflanzt werden können.

Ausfahrt ins Grüne: Fahrt raus aus der Stadt und geht Obst sammeln. Äpfel und Birnen können eingekocht werden und Ihr könnt Euch einen großen Vorrat anlegen.

Was gibt es schöneres, als ein leckeres Birnen- oder Apfelkompott an einem kalten Wintertag! Es gibt zahlreiche Internetseiten z.B. Mundraub.org, die sich auf das Thema Fallobst spezialisiert haben. Checkt die Fallobstwiesen in Eurer Nähe aus!

Stellt euren eigenen Saft her: Es gibt immer mehr mobile Mostereien. Die Früchte (Äpfel, Birnen, Quitten) vor Ort zu Saft verarbeiten.

Auf Anfrage kommen die mobilen Mostereien auch in Euren Stadtteil. Organisiert ein Familienfest, sodass viele Leute in den Genuss von frischgepressten Saft kommen!

Informiert Euch im Internet über Mostereien in der Nähe.

 

Welche Produkte kann man als Selbstversorger selber herstellen?

Tee: Abseits von Straßen und Hundewiesen könnt Ihr Kräuter sammeln und daraus Tee herstellen. Die nächste Erkältung kommt ganz sicher und was gibt es besseres, als sich auf die Wirksamkeit der Naturapotheke zu verlassen.

Hustenteemischung

Lindenblüten, Scharfgarbe, Salbei und Spitzwegerich.

Die Kräuter trocknen, vermischen und in einem verschlossenen Behälter aufbewahren.

 

Bärlauch sammeln: Im Frühjahr könnt Ihr Bärlauch sammeln und leckeres Bärlauchpesto zubereiten. Solltet Ihr noch Nüsse aus dem Vorjahr haben, können diese als Zutat verwendet werden.

Bärlauch im Wald.
Bärlauch. Der Knoblauch des Waldes.

Birkensaft abzapfen: Im Frühjahr kurz vor der Blüte der Birke, kann die Rinde der Birken angebohrt werden und mit Hilfe eines Röhrchens der Birkensaft abgezapft werden. Birkensaft ist ein altbewährtes Mittel zur Köperentschlackung und hilft dem Körper Giftstoffe auszuscheiden.

Backt Euer eigenes Brot: Es gibt eine Vielzahl von Backmischungen zu kaufen. Eine weitere Option ist es, die Zutaten im Reformhaus zu kaufen. Es gibt nichts schöneres, als sein eigenes Brot zu essen. Je nach Geschmack und Vorliebe, könnt ihr verschiedene Körnermischungen hinzufügen.

Holundersaft: Holunder ist ein Allheilmittel, welches seit Jahrhunderten angewendet wird. Sammelt Holunderbeeren und stellt Euren eigenen Saft her. Eingekocht ist dieser Saft viele Jahre haltbar und ist ein tolles Nahrungsmittel, welches auch gegen Erkältungskrankheiten angewendet werden kann.

Pilze sammeln und einfrieren: Wenn die Tage kürzer werden, ist es an der Zeit in die Wälder zu fahren und Pilze zu suchen. Pilze können eingefroren und eingekocht werden. In guten Pilzjahren, könnt ihr Euch einen großen Vorrat für den Winter anlegen.

Falls ihr die Pilzsorten nicht kennt, solltet ihr einen Pilzberater kontaktieren.

Wein selber herstellen: Du kannst Deinen eigenen Wein zuhause produzieren. Es gibt diverse Startersets zu kaufen, welche es zu einem Kinderspiel machen den eigenen Wein herzustellen.

Walnüsse sammeln: Im Herbst ist es Zeit Walnüsse zu sammeln. Legt Euch einen großen Vorrat an. Walnüsse sind eine Art “Superfood”, welche eine große Anzahl an Omega-3- Fettsäuren enthalten. Trocknet die Nüsse und lagert diese an einem kühlen und dunklen Ort.

Esskastanien sammeln: Im Herbst könnt Ihr ebenfalls Esskastanien sammeln. Ihr könnt diese rösten oder auch einfrieren. Esskastanien sind basisch, glutenfrei und sehr gesund.

 

 

Grafik Selbstversorgung in Städten.
Selbstversorgung ist auch in Städten möglich.

Sind Selbstversorger gesünder? Selbstversorger konsumieren bewusster und achten auf eine gesunde Ernährung. Durch ihre aktive Alltagsgestaltung verbringen Sie mehr Zeit an der frischen Luft und sind in Bewegung. Diese Aspekte haben einen positiven Einfluss auf das Wohlbefinden und die Gesundheit.

Sind Selbstversorger glücklicher? Ja. Selbstversorger sind glücklicher. Sie gestalten Ihr Leben aktiv und haben eine tiefe Verbundenheit zur Natur. Dieses Empfinden und Wissen hilft Ihnen dabei, Stress und äußere negative Einflüsse zu kontrollieren.

 

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